Riesenburg

„Folgend dem Windzug, kommen zum Felsen die Wolken und weichen, unveränderlich steht aber der Fels in der Zeit.“ Nein, leider nicht von mir. Das hat König Ludwig (der andere, der nicht so viele Schlösser baute) geschrieben und der schwer begeistert von der wohl imposantesten Höhlenruine der Fränkischen Schweiz war. Die Riesenburg bei Doos im Wiesental ist eine Versturzhöhle, also eine eingestürzte Höhle. In diesem Fall ist sie der Überrest einer großen Karsthöhle und die vorhandenen Bögen sind die Relikte des ehemaligen Höhlendachs. Vor einiger Zeit – also so rund 150 Millionen Jahren – waren wir ja alle noch mit Kiemen unterwegs, denn in unserer Gegend war ein Urmeer.  Damals musste bei uns niemand frieren, denn wir hatten tropisches Klima, ideal für die Bildung von Kalkgesteinen und damit von Riffen. Alles was so da war und Riffe baute hatte nichts anderes zu tun als Riffe bauen, außerdem Zeit genug, es gab keine Touris, keinen sauren Regen, keine Erderwärmung und so sind mächtige Gesteine aus den Sedimenten entstanden. Irgendwann wurde aus dem Kalkstein dann Dolomit und das Meer verschwand. Und weil wir in Franken sind und Franken so schnell nichts umwirft, heißt der Stein Frankendolomit und ist besonders standfest und verwitterungsbeständig. Ist ja ganz deutlich in der Frankenalb zu sehen. Dummerweise kam dann wieder Wasser ins Spiel und da wird sogar der härteste Dolomit weich, er verkarstet und das ganze schöne Wasser versickert.  Dummerweise hat das Wasser auch den ganzen Schlamm und Sand mitgenommen, der bisher die Höhle ausfüllte und stützte. Und schon war’s passiert.

Die Höhle ist in drei Minuten vom Parkplatz im Tal zu erreichen. Unbedingt nach der Höhle noch ein paar Schritte weiter bis zum Ruhestein gehen und die Informationstafel über die Wasserträger in der Fränkischen Schweiz lesen. Wir stöhnen schon, wenn wir einen knapp 10 Kilo schweren Rucksack ein paar Stunden schleppen müssen.

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