Kirchweih Ottensoos

Ein ganzen Wochenende urfränkisches Brauchtum, das ist die Kirchweih. Pardon, Kärwa. Die Feste haben mit dem ursprünglichen, jährlich wiederkehrenden Festtag zur Kirchenweihe nicht mehr ganz  zu tun,  sagen wir, sie haben sich weiter entwickelt. Ganz original fränkisch ist die Dauer von Donnerstag bis Montag.  Typisch fränkisch ebenfalls der Termin. Die Allerweltskärwa am 3. Sonntag im Oktober, die ganz Bayern feiert, ist den Franken egal (den Oberpfälzern übrigens auch), jeder Ort  feiert zu einem anderen Datum seine Kirchweih. Wir haben uns auf die beiden Kerntage Samstag und Sonntag konzentriert. Vogelsuppe ist nicht so nach meinem Geschmack und Freitag gab’s noch einmal Spargel – Johanni steht ja vor der Tür – und da musste die Kirchweih leider warten. Als Aufwärmprogramm haben wir beim Baum aufstellen zugesehen und am Abend durch die Straßenkärwa flaniert und unter der Kastanie im Brauereigarten noch eine Maß getrunken. Sonntag waren wir zuerst in Plech bei der Fotobörse. Habe ich schon von den drei neuen alten Kameras erzählt… Ähm, zurück zum Thema. Abends ging’s zum Baum austanzen, also Zuschauen wie die Kirchweihprofis das machen. Dabei wird ein Blumenstrauß von Paar zu Paar gegeben, der nach jeder Tanzrunde wechselt bis der Wecker klingelt. Wer dann den Strauß hat, ist im wahrsten Sinn ein armer Tropf. Er ist zwar der Meister, darf aber die Zeche der Kirchweihburschen zahlen. Zwischen den Tanzrunden singen die Burschen Reime. Es beginnt harmlos und wird im Lauf der Zeit immer derber. Ich gebe hier nichts wieder, denn das ist ein jugendfreier Blog. 🙂 Jedenfalls ist das ganze Dorf dabei und die künftigen Kirchweihburschen und -mädels sitzen bereits in Lederhose und Dirndl unter den Birkenzweigen und sehen/hören zu. Beim abendlichen Flanieren kam die Handykamera zum Einsatz, kein Alkohol beim Auslösen der Spiegelreflex.

Kirchweihbaum
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