Fern sehen

Nun ja, unser heutiges Ziel wäre eigentlich die World Press Photo in Kitzingen gewesen. Aber, die Wetterfrösche waren sich nicht einig und haben meist nicht so tolles Wetter gemeldet. Für die Ausstellung selbst wäre das nicht so schlimm, nur, wenn wir schon mal da sind, dann wollen wir auch noch in die Umgebung an den Main. Und das macht bei Sonne mehr Spaß als bei bedecktem oder gar Regenwetter. Letzteres stellte sich dann auch ein. Alternativ haben wir deshalb erneut die Lillach besucht und ich habe mich mal für das leichte Teleobjektiv entschieden, also 70 bis 200 mm. Ja, Tele und Wald sind kein Dreamteam. Ich hatte es mir aber in den Kopf gesetzt und wollte damit Langzeitbelichtungen machen. Die Lillach selbst entspringt wenige Kilometer hinter Dorfhaus bei Weißennohe und führt je nach Jahreszeit unterschiedliche Wasserstände. Jetzt ist viel Wasser drin. Das Naturdenkmal hat fast 10.000 Jahre für seine Entstehung gebraucht und schafft pro Jahr ein Wachstum von zwei bis drei Millimeter. Deshalb hat im Bach niemand was verloren. Dafür gibt’s einen gut ausgebauten Wanderweg entlang der Sinterterrassen. Diese sind das Ergebnis des typischen kalksteinhaltigen Bodens in der fränkischen Karstlandschaft. Auf der Hochfläche von Lilling versickert der Regen, löst einen Teil des Kalks aus dem Untergrund und die Lillach nimmt es dann mit auf ihre kurze Reise von der Quelle bis zur Vereinigung mit der Kalkach zum Aubach. Netterweise unterbricht die Natur unterwegs immer wieder den geraden Lauf des Wassers. Kleine Wasserfälle und Pflanzen sorgen durch Verwirbelung dafür, dass der Kalk wieder aus dem Wasser gelöst wird und sich ablagert. Über viele Jahre entstehen dann verkalkte Schichten und bilden eine anmutige und bizzare Kleinlandschaft mitten im Wald. Übrigens, wer unterwegs Milchdurst verspürt, dafür gibt’s eine Milchtankstelle in Dorfhaus, bei der nicht nur Milch getankt werden kann.

lost Kaugummi
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