Fotografieren ist langweilig…

… oder Perseiden IV. Der Hauptstrom der Sternschnuppen geht heuer in der Nacht von Sonntag auf Montag nieder. Das ist nicht arbeitnehmerfreundlich, denn die beste Zeit ist zwischen zwei und vier Uhr. Nach den Ankündigungen wären am Wochenende aber auch schon rund 60 Durchgänge pro Stunde zu verzeichnen. Das ist natürlich ein theoretischer Wert, denn die Kamera kann nicht den ganzen Himmel abdecken. Der Wecker bekam damit keine Ruhepause am Wochenende und klingelt Sonntag früh zur Unzeit von 0:30 Uhr. Die letzten Jahre hat es sich bei nächtlichen Exkursionen als positiv erwiesen, die erste Schlafphase am Sofa zu verbringen und zum Einschlafen das beste aller Schlafmittel zu nutzen. Es hat mit einer ruhigen Naturdoku wie immer funktioniert. Heuer allerdings mit der schlimmen Überraschung, dass beim Aufwachen eine Schlagernacht über die Mattscheibe flimmerte. Ja, Schocks machen einen schlagartig wach. Einen Kaffee, dann rein ins Auto und ab auf die Bondorfer Höhe. Stativ aufbauen, Kamera drauf, Fernauslöser anschließen, einige Probeaufnahmen machen, die Einstellungen korrigieren, Fernauslöser einrasten und dann – Langeweile. Ab jetzt arbeitet die Kamera von selbst und es bleibt nur die Hoffnung, dass die Kamera nicht gerade den Verschluss schließt, wenn eine Schnuppe vorbeisaust. Was bleibt, ist sich gegen die warme Kühlerhaube zu lehnen und in den klaren Sternenhimmel zu blicken. Da Neumond war, gab es eine phantastische Sicht auf die Milchstraße und der Mars leuchtete rötlich vom Himmel. Selbst gesehen haben wir in knapp zwei Stunden rund 30 Sternschnuppen. Die Wunschliste ist damit um einige Punkte kürzer geworden 😉 .  Außerdem haben uns zwei Fledermäuse – fast auf Armweite entfernt – „beschnuppert“. In solchen Nächten wird auch immer der Flugverkehr überdeutlich. Enorm störend. Länger als die Fotonacht ist dann das Sichten und Bearbeiten der Bilder. Alleine der Startrail besteht aus 800 Einzelbildern. Ja, und ab und zu braucht es dann den Mut, ISO 6400 oder 12800 auszuprobieren.

Warten auf den Sternenregen...
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