Reichenau

Bereits 724 wurde das erste Kloster auf der (damals noch) Insel Reichenau von Pirmin gegründet. Lange galt die gesamte Insel als heiliger Boden. Hinrichtungen durften dort nicht durchgeführt werden. Stattdessen wurden die Delinquenten über den See nach Allensbach gerudert. Wurden sie während der Fahrt begnadigt, zeigte dies eine Glocke an. Daher rührt auch der Name Gnadensee für den Teil des Bodensees zwischen der Reichenau und Allensbach. Zwischenzeitlich ist die Reichenau mit einem Damm an das Festland angebunden. Drei romanische Kirchen prägen die Reichenau und machen sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Kirche St. Georg ist mit bunten romanischen Darstellungen ausgemalt und unbedingt sehenswert. Das geht aber im Sommer aus konservatorischen Gründen nur mit einer Führung. Da erfahren die geneigten Besucher auch etwas über die Unterschiede zwischen romanischen Kruzifixen und ihren Nachfolgern. Früher hatte der Gekreuzigte sein Haupt nicht gesenkt, er siegte über den Tod, erst später hat die Kirche die Darstellung geändert und seitdem ist der Kopf geneigt. Leider gibt es von den romanischen Kreuzen nur noch ganz wenige. Neben dieser einzigartigen Kulturlandschaft ist die Insel der Gemüsegarten des Bodensees und trotz aller Besucher ziemlich ruhig und beschaulich. Ein Auto macht keinen Sinn (nicht alles ist damit zu erreichen), deshalb waren wir mit den Rädern unterwegs. Auf der Insel hat einer der letzten Bodenseefischer sein Boot vor Anker und bietet den jeweiligen Tagesfang ab 11 Uhr in einem offenen Restaurant an. Lecker.

Reichenau
« 1 von 25 »